Ana Hoffner 69.jpg

Bamiyan Oil Painting

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Bamiyan Oil Paintings
Two canvases, each 180 x 100 cm, greenbox fabric, 2018.

Hier stehen wir vor der ersten Arbeit, die ich produziert habe um das Werk des afghanischen surrealistischen Künstlers Aziza Mehran Ahmad zu kontextualisieren. Ich versuche das fotografische und performative Archiv dieses Künstlers zu organisieren, zu ordnen und Ihnen, der Öffentlichkeit, zu präsentieren.

Bis vor kurzem standen zwei kollosale Buddhastatuen in der afghanischen Provinz Bamiyan. Sie wurden 2001 von den Taliban zerstört und hinterließen zwei leere Höhlen, die immer noch an die fehlende Präsenz der Statuen aus dem 6.Jahrhundert erinnern. In eben diesen Höhlen wurden erst nach der Zerstörung der Statuen die ersten Ölgemälde der Welt entdeckt. Sie beweisen, dass in Afghanistan lange vor dem Aufkommen der europäischen Ölmalerei im 15.Jahrhundert mit Öl gemalt wurde.

Seit 2001 tauchen zunehmend solche und ähnliche, für europäische Ohren unerwartete, Meldungen über die Kunstgeschichte der Länder, die bislang nur orientalisiert wurden, auf. Was wissen wir eigentlich über die künstlerichen Praktiken dieser Länder? Was wissen wir über die Länder,  von denen wir gewohnt sind zu hören, dass sie seit Jahren nur noch verlassen werden? Und was, wenn gerade das verschüttete Wissen dieser Orte nicht einfach unsere Annahmen über die anderen herausfordert, sondern unser eigenes Fundament, unser vermeintliches Wissen über uns selbst und unsere Geschichte, zum Einstürzen bringt? Wer sind dann die Ersten, die Pioniere, die Avantgardisten?